Versand:
Fertige Nähmaschinen wurden von der Montage mit einer Lok zum Versand gefahren.

Abgeladen und abgestellt. So weit so gut. Außer, dass dort die NM wild durcheinander dicht an dicht in der Halle standen.
Sollte nun eine NM versendet werden musste die Auftragsnummer „gesucht“ werden.
Bei oftmals bei dort zusammengewürfelten 100 NM und mehr, fing die Suche nach den abzuarbeitenden Maschinen an.
So kam es in gehäufter Form vor, dass erst einmal alle im Weg stehenden NM weggeräumt werden mussten.
Das konnten 20, 30, 40 oder mehr sein. Danach wurden die entfernten NM wieder zurückgestellt.

Folge? Mit jedem Versandauftrag fing die Suche aufs Neue an. Aber man hatte ja ausreichend Personal um diesen Unsinn zu bewerkstelligen. Und das Ganze ging schon Jahrzehnte so.

Dieser „effektiven“ Vorgehensweise machen wir ein absolutes Ende indem mehrere Stellzonen eingezeichnet wurden in denen jeweils bis zu 20 NM geordnet abgestellt werden konnten.

Stellzone A mit den Lagerplätzen 1 bis 20, weiter die Stellzone B 21 bis 40 bis Stellzone xxx.


Zwischen den Stellzonen wurden breite Zugangswege gelassen um ungehindert und umgehend an die benötige NM kommen zu können.
Damit das System funktionierte wurde die jeweilige Stellzone auf den Eingangspapieren eingetragen und die Sucherei und Herumschieberei hatte ein Ende.

 

Und noch einmal die gleiche Abteilung:
Diesmal hatten Sie den hauptamtlichen Sicherheitsaufbetragten damit aufgehetzt, dass die Kreissäge im Versand nicht sicher wäre.

Und was macht dieser. Er kommt zu mir um diese Sicherheitsfrage zu klären und um eine neue Kreissäge für den Versand zu bekommen.
Warum zu mir? Na gut, wir sahen uns die Säge gemeinsam an.

Mitarbeiter demonstrierte, wenn sie ein Brett lose an das Sägeblatt heranführten, ohne es festzuhalten, von der Säge erfasst und „logischerweise“ von alleine durchgezogen würde.

Na toll. Großartige Erkenntnis! Oder anders ausgedrückt: Schwachsinn hoch 3.

Sicherheitsbeauftragter zu mir: Die Säge muss ausgetauscht werden.

Meine Antwort: Gut: machen wir. Bitte stellen Sie einen Antrag, dass alle anderen Sägen im Betrieb ebenfalls aus „Sicherheitsgründen“ ausgetauscht werden müssen und stellen Sie einen Investitionsantrag dafür.

Aus die Maus und Ende dieses unrühmlichen Antrages.

Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass diese Säge schon lange nicht mehr benötigt wurde.



Pulverbeschichtungsanlage

Irgendein Schlauberger hatte so um 1985 davon gehört, dass es tatsächlich so etwas geben sollte.
Anlagen, die längst Stand der Technik waren.

So musste Pfaff folglich auch eine Pulverbeschichtungsanlage haben. Wer sie bestellt hat-keine Ahnung- plötzlich war sie da.

Die Beschaffer lebten derzeit hinter dem Mond! 

            Vor allen, wenn man weiß, dass die Anlage mit der Begründung gekauft wurde um festzustellen,

                                                    ob man damit Teile lackieren kann! Richtig gelesen!

So stand die Anlage über Monate ungenutzt. Herauszustellen ist, dass es die Aufgabe der Planung war, diese völlig unnötige
1,5 Millionen DM-Anlage auszulasten! Irgendwann wurde die Planung tätig und ließ im Einschichtbetrieb Teile lackieren.
Und das ohne Sinn ohne technisches Verständnis, indem man nur ein einziges Teil anhängte.

Möglich war eine Vielzahl von Teilen an einem Lackierbaum, den wir umgehend einführten.
Lange Zeit Ruhe bis der Betriebsratsvorsitzende S, bei mir anklopfte und sich wegen nicht einhaltbarer Akkorde beschwerte.
Ihr wisst schon, dass hier ausschließlich die Planung zuständig gewesen wäre, zu der offenbar kein Vertrauen bestand.
Es war das bei Pfaff “übliche“ Spiel.
Die MA kamen deutlich verspätet an ihren Arbeitsplatz. Dann musste die Wärmekammer auf Temperatur gebracht werden. Dauer 1 Stunde) Da musste man vor der Pause nicht mehr mit der Arbeit beginnen.
Mittags zu früh und auch noch zu spät aus der Pause.

Klar, dass die Wärmekammer weit vor Arbeitsende, über eine Stunde vorher abgeschaltet wurde.

Locker waren mindestens 3 Stunden täglich vernichtet.
Dazu noch Vorgesetzte, die MA von dieser Arbeit abzogen und ihnen die Fehlzeiten nicht gutschrieben.
Eklatante Fehler, bei einer Firma, die sich noch Jahre vorher als absolute Verfechter des Arbeitsstudiums darstellten.

Persönliche Kontrolle und einschalten der Trockenkammer 1,5 Std. vorher, verbunden mit täglichen Aufschreibungen durch die MA brachten umgehend Erfolg. Der Akkord stimmte, wie von Wunderhand.

Das hätte es sein können. Aber nein. Die Teile wurden teilweise kaputtgeprüft, da in den Plänen festgelegt war, die Schichtstärke auch innen zu prüfen. Da fehlten dann logischerweise ein bis zwei μm (tausendstel mm) und die Teile mussten nachgearbeitet werden. D.h. von Hand abschleifen und manuell nachlackieren.
Die „Innenmessung“ wurde abgeschafft und aus den Plänen genommen. 

Danke, den Beschaffern dieser unsinnigen Anlage, die ihren Anteil daran hatten, dass Pfaff Bankrott gehen musste.

Wer sie bestellt hat-keine Ahnung- plötzlich war sie da. 

Natürlich weiß ich es! Ihre Namen sind es nicht wert, genannt zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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